Sie haben es geschafft! Drei Tage und drei Nächte haben die Schwestern Michaela (24) und Martina Munz (28) aus Ostelsheim (Kreis Calw) in einer Telefonzelle am Unteren Marktplatz in Sindelfingen zugebracht. Auf nur einem Quadratmeter haben die Schwestern in aller Öffentlichkeit gelebt, gegessen, gefroren und geschlafen. Unter dem Applaus zahlreicher Besucher sind die „Kurzzeit-Sindelfingerinnen“ am Freitagmorgen, nach 72 Stunden, aus ihrer gläsernen Kleinst-Wohnung ausgezogen. Jetzt hoffen beide auf den Gewinn von 100.000 Euro. Seit gestern/Freitag kann im Internet abgestimmt werden, wer bei der Hit-Radio ANTENNE 1-Aktion „Was tun Sie für 100.000 Euro?“ mit dieser Summe belohnt wird.
„Wir sind überglücklich, dass wir es geschafft haben“, freut sich Verkäuferin Michaela, die die Idee zu der verrückten Aktion hatte und sich damit beim Sender angemeldet hat. „Es war verdammt hart. Vor allem die kalten Nächte und der Regen haben uns richtig zu schaffen gemacht. An Schlaf war fast nie zu denken“, blickt Schwester Martina zurück. Drei Tage und drei Nächte am Stück haben die Frauen auf engstem Raum und unter den Augen der Öffentlichkeit zugebracht. Da lagen die Nerven schon manchmal blank. „Ohne die tolle Unterstützung der Sindelfinger hätten wir das niemals geschafft“, sind sich beide sicher. „Teilweise wurden wir richtig verwöhnt. Uns wurde Essen, Getränke, warme Decken und vieles mehr vorbeigebracht“, erzählt Martina. Selbst Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer ließ es sich nicht nehmen, persönlich bei den wohl prominentesten Bewohnerinnen seiner Stadt vorbeizuschauen. Am Dienstagmorgen besuchte das Stadtoberhaupt die Schwestern nach ihrer ersten Nacht im neuen Heim und brachte ihnen ein stärkendes Frühstück vorbei. "So verrückt die Aktion auch ist - mein Respekt und meine Anerkennung für Ihr Durchhaltevermögen", zeigte sich der Oberbürgermeister beeindruckt.
Nach den Strapazen der letzten Tage wollen sich die Schwestern jetzt erstmal ausruhen. „Ich werde jetzt erstmal heiß duschen und danach will ich nur noch ins Bett“, kündigt Martina an. Und auch Michaela will erstmal „einfach nur noch schlafen“.
Über fünf Wochen hatte der baden-württembergische Privatsender Hit-Radio ANTENNE 1 seine Hörer gefragt: „Was tun Sie für 100.000 Euro?“, um die beste Idee am Ende mit dieser Summe zu belohnen. Über 4.500 Vorschläge sind beim Sender eingegangen. Drei Ideen wurden letztlich realisiert. Als dritte und letzte Kandidaten setzen die Munz-Schwestern ihre Idee, in einer Telefonzelle zu leben, um. Zuvor hatte schon Tilo Salameh (30) aus Alpirsbach im Kreis Freudenstadt sein strahlend weißes Haus von 60 Kindern kunterbunt anmalen lassen. Und Frank Hoffmann (23) aus Stuttgart hatte sich in einen Rollstuhl gesetzt und war damit in drei Tagen über 80 Kilometer von Stuttgart nach Heilbronn gefahren, obwohl er kerngesund ist und ganz normal laufen kann. Gewinnt er, will er die Hälfte des Geldes für behinderte Kinder spenden. Doch zunächst hoffen alle drei auf die 100.000 Euro. Wer sie am Ende bekommt, wird am Mittwochmorgen, um kurz nach sieben Uhr bei „Ostermann und die Morgencrew“ bekanntgegeben.


